KI diese Woche: Claude Sonnet 5.5, Gemini begrenzt Gratis-Konten, OpenAI-Agenten
Rückblick 28. September bis 4. Oktober 2026: schnellerer und günstigerer Claude, weniger Modelle für Gemini-Gratisnutzer und OpenAI-Agenten mit eigenem Browser. Was das für Unternehmen bedeutet.
Diese Woche haben sich drei große KI-Anbieter in dieselbe Richtung bewegt: Starke Modelle werden pro Aufgabe günstiger, und die besten Funktionen wandern in bezahlte und geschäftliche Tarife. Hier die wichtigsten Punkte und was davon für Ihr Unternehmen relevant ist.
Anthropic: Claude Sonnet 5.5 ist schneller und pro Aufgabe günstiger
Anthropic hat am 28. September Claude Sonnet 5.5 veröffentlicht. Das Modell erzeugt Antworten mehr als 30 % schneller als der Vorgänger Sonnet 5, der Preis pro Token bleibt gleich (2 USD pro Million Eingabe- und 10 USD pro Million Ausgabe-Token). Da es für dieselbe Aufgabe weniger Token braucht, kostet eine Aufgabe laut Anthropic bis zu 30 % weniger. Verfügbar ist es in den Claude-Apps, über die API sowie auf AWS, Google Cloud und Microsoft Azure.
In derselben Woche hat Anthropic:
- am 1. Oktober Mods für Claude Code vorgestellt, Erweiterungen, mit denen Teams das Verhalten des Programmierwerkzeugs anpassen und über Plugins teilen;
- am 1. Oktober bekannt gegeben, dass die britische Bank Barclays Claude in Betrieb und Kundenservice ausweitet;
- am 2. Oktober die Claude Frontier Academy gestartet: 100 Millionen US-Dollar, um bis Ende 2027 10.000 Ingenieurinnen und Ingenieure auszubilden, mit einer 12-wöchigen Residency in San Francisco, New York und London.
Google: Ab 9. Oktober erhält Gemini Gratis nur noch das kleinste Modell
Laut einer aktualisierten Google-Supportseite, über die 9to5Google berichtet, haben Nutzer der kostenlosen Gemini-App ab dem 9. Oktober nur noch Zugriff auf Flash-Lite. Der Tarif AI Plus behält Flash-Lite und Flash, verliert aber Pro. AI-Pro-Kunden erhalten Deep Think für tieferes Schlussfolgern, das bisher teureren Tarifen vorbehalten war. Im Oktober kommen außerdem die Aufwandsstufen „low“, „medium“ und „high“ für jedes Modell: Eine höhere Stufe liefert gründlichere Antworten, verbraucht das Limit aber schneller.
OpenAI DevDay: Agenten „Dots“ und Apps in ChatGPT
Auf dem DevDay am 29. September hat OpenAI vorgestellt:
- Dots, autonome Agenten mit eigenem Cloud-Rechner und Browser, die Aufgaben im Web selbstständig erledigen;
- Apps und Plugins, die direkt im Chat laufen, mit interaktiven Panels;
- Sign in with ChatGPT, eine Anmeldung, mit der Nutzer ihr ChatGPT-Konto in anderen Apps verwenden (zu den ersten Partnern gehören Notion und Vercel);
- einen geschäftlichen App-Marktplatz mit mehr als 30 Partnern, darunter Adobe, Figma, Salesforce und HubSpot.
Was das für Ihr Unternehmen bedeutet
- KI-Automatisierung wird günstiger. Wer die Automatisierung von Angeboten, E-Mails oder Dokumentenverarbeitung wegen der Kosten verschoben hat, sollte neu rechnen: Dieselbe Arbeit kostet heute weniger als vor einem Jahr.
- Gratis-Konten sind keine Basis für Geschäftsprozesse. Arbeitet Ihr Team mit kostenlosem Gemini, bekommt es ab 9. Oktober ein schwächeres Modell. Für wiederkehrende Arbeit lohnt sich ein bezahltes Konto oder eine API-Anbindung, bei der Modell und Kosten klar sind.
- Agenten, die selbst im Web arbeiten, brauchen Regeln. Bevor ein Agent Lieferanten recherchiert oder Formulare ausfüllt, legen Sie fest, welche Daten er sehen darf, wer seine Schritte freigibt und wo protokolliert wird, was er getan hat. Für Unternehmen in Deutschland gehört dazu auch die Frage, ob personenbezogene Daten DSGVO-konform verarbeitet werden.
Wenn Sie prüfen möchten, welcher Teil Ihrer Arbeit sich sinnvoll automatisieren lässt, sehen Sie sich unsere Leistung KI-Automatisierung an oder schreiben Sie uns.
Quellen
- Anthropic: Introducing Claude Sonnet 5.5 (28. 9. 2026)
- Anthropic: Claude Frontier Academy, USD 100M to train 10,000 engineers (2. 10. 2026)
- Anthropic: Barclays scales Claude (1. 10. 2026)
- Claude blog: Customize Claude Code with mods (1. 10. 2026)
- 9to5Google: Gemini app limiting models for free & AI Plus users (3. 10. 2026)
- TechCrunch: OpenAI's latest features take direct aim at the app store model (29. 9. 2026)