KI-News: Googles Gemini agent, Copilot lokal unter Windows, OpenAI Decisions API
6. bis 9. Oktober 2026: Google gibt KI-Agenten ein eigenes Konto mit E-Mail, Microsoft holt Copilot auf den PC, OpenAI liefert schnelle Entscheidungen per API, Anthropic ändert seine Nutzungsregeln.
Der rote Faden dieser Woche: Der KI-Agent ist kein Chatfenster mehr, sondern wird wie ein Mitarbeiter behandelt. Er bekommt ein eigenes Konto, Berechtigungen, ein Budget und ein Protokoll seiner Schritte. Google, Microsoft, OpenAI und Anthropic haben innerhalb von vier Tagen Bausteine dafür vorgestellt.
Google: Gemini agent mit eigenem Konto und eigener E-Mail-Adresse
Google Cloud hat am 8. Oktober auf der Veranstaltung Gemini at Work 2026 den Gemini agent vorgestellt und beschreibt ihn als universellen Agenten für die Arbeit. Aus einem einzigen Eingabefeld beantwortet er Fragen, erstellt Dokumente und Bilder und schreibt und startet Code.
Das Wichtigste für Unternehmen:
- Coworker-Agenten. Das Team beschreibt eine Rolle, der Agent erhält ein eigenes Workspace-Konto mit E-Mail, Kalender und Drive unter einer Adresse der Form @agents.company.com. Er sieht nur, was ausdrücklich mit ihm geteilt wurde.
- Mehrere Modelle. Der Agent wählt je Aufgabe das passende Modell und kombiniert heute Gemini-Modelle mit Claude-Modellen von Anthropic.
- Kostenlimit. In der Cloud Billing Console lässt sich pro Projekt eine harte Obergrenze setzen. Ist sie erreicht, pausiert der Agent und läuft nach einem Klick weiter.
- Anbindung. Neben Workspace arbeitet er mit Microsoft 365, Slack, Jira, Salesforce, ServiceNow und SAP sowie mit jedem MCP-Server.
Preis und Termin für die breite Verfügbarkeit nennt Google nicht. Laut Android Headlines befindet sich der Agent in einer privaten Vorschau für ausgewählte Gemini-Enterprise-Kunden.
Microsoft: Copilot arbeitet unter Windows auch lokal
Microsoft hat am 7. Oktober einen Ansatz vorgestellt, den das Unternehmen hybride Intelligenz nennt: Agenten laufen lokal, wenn es sinnvoll ist, und nutzen die Cloud, wenn es nötig ist. Auf Copilot+ PCs kommen drei Fähigkeiten hinzu:
- mit Ihrer Erlaubnis versteht er Dateien und letzte Aktivitäten auf dem PC;
- er führt Aktionen in Windows aus, etwa Dateien ordnen oder Diagnosen starten;
- er nutzt Modelle auf dem Gerät und kombiniert sie mit der Cloud.
Diese Funktionen kommen „in den kommenden Monaten“. Die Verfügbarkeit hängt von Gerät, Markt und Prozessor ab. Bereits allgemein verfügbar sind die Microsoft Execution Containers für Windows 11: Das Unternehmen legt fest, auf welche Dateien und Netzwerke ein Agent zugreifen darf, und die Regeln werden zur Laufzeit durchgesetzt.
OpenAI: Decisions API für schnelle Entscheidungen
OpenAI hat am 6. Oktober die Decisions API als öffentliche Beta für alle Entwickler geöffnet. Statt Text liefert sie eine strukturierte Entscheidung: die Wahrscheinlichkeit, dass eine Aussage zutrifft, eine Auswahl aus festen Optionen oder eine Bewertung auf einer Skala. Sie verarbeitet Text und Bilder und läuft auf GPT-6 Luna. Der Preis liegt bei 0,10 USD pro Million Eingabe-Token, Ausgabe-Token werden nicht berechnet. Laut OpenAI ist sie bis zu zehnmal schneller als dasselbe Modell über die Responses API. Das ist eine Herstellerangabe. Messen Sie mit eigenen Daten nach.
Anthropic: neue Nutzungsregeln und Workflows für Agenten
Anthropic hat am 8. Oktober Änderungen seiner Nutzungsrichtlinie veröffentlicht, die ab dem 12. November 2026 gelten. Die Regeln zu gefälschten Konten und verschleierten Absendern sind jetzt in einem Abschnitt gebündelt und gelten ausdrücklich auch für kommerzielle Kampagnen.
Einen Tag später, am 9. Oktober, erhielt Claude Managed Agents dynamische Workflows als Beta. Der Agent schreibt selbst ein Programm, das viele Agenten in Phasen startet und ihre Ergebnisse zusammenführt, etwa für die Prüfung hunderter Dokumente. Ein Lauf kann bis zu 1.000 Agenten starten und dauert standardmäßig höchstens 24 Stunden. Einen eigenen Preis gibt es nicht: Die Token werden zum Modellpreis berechnet und zählen zum Budget der Sitzung.
Was das für Ihr Unternehmen bedeutet
- Behandeln Sie einen Agenten wie einen neuen Mitarbeiter. Eigenes Konto, minimale Berechtigungen, monatliches Kostenlimit. Für die DSGVO zählt außerdem, auf welche personenbezogenen Daten der Agent zugreift und ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag vorliegt.
- Klassifizierung ist der günstigste Einstieg. Ist die E-Mail eine Anfrage oder eine Reklamation, in welche Abteilung gehört das Ticket, erfüllt das Produktfoto die Vorgaben: Solche Entscheidungen kosten heute Bruchteile eines Cents.
- Prüfen Sie Ihre Marketing-Automatisierung. Schreibt KI in Ihrem Namen Bewertungen, Kommentare oder Nachrichten, muss erkennbar sein, wer dahintersteht. Bei Anthropic ist das ab dem 12. November ausdrücklich geregelt.
Wenn Sie prüfen möchten, welcher Teil Ihrer Arbeit sich sinnvoll automatisieren lässt, sehen Sie sich unsere Leistung KI-Automatisierung an oder schreiben Sie uns.
Quellen
- Google Cloud Blog: Gemini at Work 2026: Introducing Gemini agent (8. 10. 2026)
- Google Blog: Google Cloud introduces the Gemini agent (8. 10. 2026)
- Android Headlines: Google launches universal Gemini AI agent for enterprise work (8. 10. 2026)
- Windows Experience Blog: Building Windows for hybrid intelligence (7. 10. 2026)
- OpenAI Developer Community: Decisions API is now available in public beta (6. 10. 2026)
- Let's Data Science: OpenAI Opens Decisions API Public Beta (7. 10. 2026)
- Anthropic: 2026 Usage Policy update (8. 10. 2026)
- Claude Platform Docs: Release notes (9. 10. 2026)
- Claude Platform Docs: Workflow runs (10. 2026)